Feiertagszuschlag am Reformationstag

Nach dem EuGH Urteil zum Feiertagszuschlag am Reformationstag in Österreich:

Feiertagszuschlag am Reformationstag auch in Deutschland?

Gibt es demnächst am Reformationstag für alle Arbeitnehmer in Deutschland einen Feiertagszuschlag? Immerhin hat der Europäische Gerichtshof jetzt im Fall eines österreichischen Arbeitnehmers genau so entschieden und den Anspruch auch gleich auf alle Arbeitnehmer in Österreich ausgeweitet.

Und genau wie in Österreich ist der Reformationstag auch in Deutschland kein bundesweiter gesetzlicher Feiertag für alle Bürger. Trotzdem gibt es gravierende Unterschiede.

Österreich: Konfessionszugehörigkeit entscheidend

In Österreich war die Reformationstag bisher an die Konfessionszugehörigkeit gekoppelt. Katholiken zum Beispiel bekamen an dem Tag nicht frei und auch keinen Feiertagszuschlag. Dagegen hat ein Arbeitnehmer aus dem Burgenland geklagt und beim Europäischen Gerichtshof Recht bekommen. Die östereichische Regelung stelle eine religiöse Diskriminierung dar. Dem Mann müsse ebenfalls der Feiertagszuschlag gezahlt werden. Und solange die Gesetzeslage in Östereich nicht geändert werde, müssten auch andere Arbeitnehmer ihren Beschäftigten am Karfreitag einen Feiertag gewähren, oder einen Feiertagszuschlag zahlen. (AZ: C-193/17)

Deutschland: Sitz des Arbeitgebers entscheidend

Das Urteil ist auf Deutschland aber kaum übertragbar. Zwar haben auch in Deutschland nicht alle Arbeitnehmer am Reformationstag arbeitsfrei. Aber entscheidend ist dabei nicht die Konfession des Arbeitnehmers, sondern der Sitz des Arbeitgebers.

Der Reformationstag ist in Deutschland in eher protestantische geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag, in einigen davon erst seit 2018. Dies sind Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Ist ein Arbeitnehmer in einem dieser Bundesländer beschäftigt, dann bekommt er am Reformationstag frei – oder er bekommt einen Ersatz, auch wenn er in einem anderen Bundesland wohnt.

Feiertagszuschlag und Ausgleichstag

An gesetzlichen Feiertagen ist grundsätzlich arbeitsfrei. Ausnahmen davon sind im Arbeitszeitgesetz geregelt. Diese Ausnahmen betreffen vor allem Pflegedienste, Gastronomie- und Verkehrsbetriebe und die Landwirtschaft. Arbeitnehmer, die am Feiertag ran müssen, haben Anspruch auf einen Ersatzruhetag binnen acht Wochen.

Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Feiertagszuschlag gibt es dagegen nicht. Häufig ist dieser aber in Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder im Arbeitsvertrag gereget. Details zu eurer Branche erfahrt ihr von der Gewerkschaft oder dem Betriebsrat. Wer am Reformationstag arbeiten muss, obwohl dieser ein gesetzlicher Feiertag ist, der wird also sehr oft einen Feiertagszuschlag bekommen.

Dieser Feiertagszuschlag ist übrigens steuerfrei, wenn er 125 Prozent des Grundlohns nicht überschreitet.

Brückentag nach Reformationstag nutzen

In 2019 liegt der Reformationstag auf einem Donnerstag. Arbeitnehmer, die den folgenden Brückentag als Urlaubstag anmelden, bekommen auf diesem Weg ein langes Wochenende. Für einen Tag Urlaub gibt’s dann vier Tage am Stück frei.

Mehr zum Thema Feiertagszuschlag am Reformationstag :

Feiertag – nicht nur für Protestanten
ARD Tagesschau vom 22.1.2019

Müssen Arbeitgeber für Arbeit an Feiertagen Geld drauflegen?

Impulse, 17.1.2017

Feiertage 2019 – alle Bundesländer

Feiertage-Brueckentage-Ferien.de